Demons in my head.

Es beschäftigen mich gerade viele Dinge.

Dinge, die ich schriftlich gar nicht so richtig in Worte fassen kann. (Ich hoffe es gelingt mir noch.)

Deswegen habe ich mit verschiedenen Leuten aus meinem Umfeld darüber geredet.

Darauf gab es komplett unterschiedliche Reaktionen.

Zwei Leute mit denen ich darüber sprechen wollte konnten oder wollten nicht.

Vielleicht haben sie gerade mit sich selbst zu kämpfen, oder ich bin ihnen einfach egal.

Doch es gab auch noch vier (bzw. 5) andere liebe Menschen, die sich doch für mich Zeit genommen haben.

Die erste Person ist sehr einfühlsam und sensibel. Ich glaube nicht das sie wirklich nachempfinden kann wie es mir geht, aber das kann auch, denke ich, niemand der es nicht selber erlebt hat. Jedoch hatte ich das Gefühl das sie mich zumindest versteht.

Sie hat mir schon ein paar mal gesagt, das sie mich sehr bewundert.

Zitat: “Ich kenne persönlich niemanden der so eine Geschichte hat wie du. Und ich bewundere dich das du so ein netter, lieber und gerechtigkeitsliebender Mensch geworden bist.”

Und ich glaube sie meint das auch alles genau so. (Soweit ich die Situation momentan einschätzen kann.) Basierend auf dem was ich bis jetzt von ihr kennen gelernt habe, ist sie selbst auch ein sehr verletzlicher Mensch.

Die zweite Person mit der ich gesprochen habe hat momentan auch viele Probleme mit ihrer Familie. Und sie hat sehr viel Angst davor, das ihr Verlobter bald abgeschoben wird.

Somit haben wir dann hauptsächlich über sie gesprochen, was aber für mich auch ok ist.

Freundschaften sind immer ein geben und nehmen. Und sie hat mir schon viel gegeben und ist auch jederzeit für mich da. (Ich hab nur immer sehr große Hemmungen davor mir in solchen Situationen wie jetzt überhaupt Hilfe zu holen.)

Die dritte Person mit der ich gesprochen habe kann es auch nicht wirklich nachempfinden. Aber in manchen Dingen versteht sie mich doch, weil wir uns in bestimmten Angelegenheiten doch sehr ähnlich sind.
Sie war auch eine “Kollegin” von mir in der Organisation wo ich ausgestiegen bin. (Nicht die Palästina-Gruppe, sondern die Andere. Die, von der ich eigentlich die ganze Zeit erzählen wollte, aber irgendwie nie eine passende Gelegenheit dafür bekommen habe.)

Unser Gespräch ging dann eher um den Vorfall der mich dazu bewogen hat aus der Organisation auszusteigen und über Flashbacks und Trigger.

Sie hat mir wirklich gut zugeredet und hat mir auch davon erzählt wie sie in ihren Trainings gelernt hat mit traumatisierten Menschen umzugehen, wenn sie in so einer Situation drinn stecken. (Sie arbeitet mit Flüchtlingen.)

Und sie meinte auch, wenn sie gewusst hätte wie ich mich in der Situation wirklich gefühlt habe, dann wäre das ganze wahrscheinlich anders verlaufen.

Und zuletzt habe ich mit meinem kleinen Bruder gesprochen und wir sind dann schließlich drauf gekommen, das seine Freundin mit einem narzisstischen Vater aufgewachsen ist und ähnliche Erlebnisse hatte wie ich.

Sie ist eigentlich sehr soziophob (noch mehr als ich) und hat bisher nie wirklich mit mir gesprochen. Aber diese Erkenntnis hat dann irgendwie das Eis gebrochen.

Ich hatte dann einen schönen Tag bei ihnen und wir haben über viele, viele, viele Sachen gesprochen, die sehr wichtig für mich sind und ich glaube nun wurden auch ein paar Hindernisse zwischen mir und meinem Bruder aus dem Weg geräumt.

Wir (also seine Freundin und ich) waren auch sehr froh darüber uns mit jemandem austauschen zu können der WIRKLICH mal weiß, wie es sich anfühlt in so einer Familie aufzuwachsen.

Hoffentlich wird das Verhältnis zwischen meinem kleinen Bruder und mir irgendwann wieder so wie früher werden.

Jedenfalls haben wir uns ausgemacht uns zukünftig regelmäßig zu treffen.

Ich habe immer diese Stimme in meinem Kopf die mir sagt das mich keiner braucht und auch keiner bei sich haben will. Die sagt, ich bin nicht liebenswert und das mir niemand auch nur eine Träne hinterher weinen würde, wenn ich jetzt sterbe.

Sie sagt auch, das Menschen nie wirklich etwas positives in mir sehen oder mich wirklich wertschätzen, sondern mir immer nur was vor gemacht wird wenn sie jemanden brauchen der irgendwie für sie da ist.

Aber am Ende stimmt das alles nicht. Am Ende liegt es meistens nur daran das ich unwichtigen Menschen viel zu viel gehör schenke und mich von deren Taten und Meinungen zu leicht verletzen und beeinflussen lasse.

Mit der Freundin aus der Organisation hab ich dann auch noch mal kurz über das Thema gesprochen. Also darüber, wie es sich anfühlt ausgenutzt oder verletzt zu werden und es dem Anderen gar nicht leid tut.

Sie meinte dann zu mir:

“Schau Lintu, bei uns im türkischen gibts so ein Sprichwort. Man sagt das es eigentlich vollkommen egal ist ob sich jemand entschuldigt oder nicht. Wenn du etwas gutes tust oder weißt das du im Recht bist, dann bekommst du sowieso dein Haqq. Das ist dann nicht mehr dein Problem was die anderen machen.

Ihre schlechten Taten sind IHR Problem. Du musst dich dafür niemals verantworten und du kannst auch mit einem reinen Gewissen weiterleben.”

Damit hat sie irgendwie Recht.

Worum es in den Gesprächen ging, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich schriftlich festhalten. Inshallah kommt das noch.

Aber für den Abschluss habe ich ein Gedicht für euch, von dem der Autor leider unbekannt ist.

Ich finde es dennoch so schön und passend, das ich es hier noch anfügen wollte.

“There’s a demon living in my head,
But she answers to my name,
She tells me stories late at night,
That are messing with my brain,

When I stand before a mirror,
She laughs at what I wear,
The freckles sprinkled on my face,
And the way I tie my hair,

Do the people sitting on the train,
Fight these demons too?,
The kind that make you doubt yourself,
And tell you what to do,

Maybe that’s why they never talk,
Because they’re screaming in their head,
Why would you hate someone else,
When you can hate yourself instead?”

Bis bald.

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Fehlende Trauer

Ein Mensch der mir eigentlich sehr nahe steht wird bald sterben.

Wobei…. er steht mir eigentlich seit ein paar Jahren gar nicht mehr so nahe.

Aber das ist nicht das was mich beschäftigt.

Was mich eher verstört, ist die Tatsache das es mich nicht traurig macht.

Er hat in den nächsten Tagen eine Operation und die Ärzte meinen es ist gut möglich das er diese gar nicht überlebt.

…und selbst wenn, hat er sowieso nur noch maximal ein Jahr zu leben.

Er hat Krebs und weigert sich Chemo zu machen. Er glaubt da auch ein bisschen an Verschwörungstheorien.

Aber was soll man da machen?

Man kann Menschen nicht dazu zwingen.

Man kann Menschen generell zu nichts zwingen und das sollte man auch nicht.

Menschen glauben nur an das, an das sie glauben wollen. Und sie verändern sich auch nur, wenn sie sich verändern wollen.

Manche behaupten auch, sie hätten sich verändert, aber haben es eigentlich nicht.

Manche verändern sich wegen jemand anderem und sind unglücklich damit.

Und wenn sie sich dann “befreien” können finden sie schnell wieder in ihr “altes Ich” zurück. – Auch wenn dieses “Ich” vl garnicht so optimal und gut war.

Ich denke, ich werde niemals damit aufhören können daran zu glauben das sich jemand ins positive verändert hat, wenn er oder sie mir das sagt. Wahrscheinlich bin ich dafür zu gutgläubig oder zu naiv.

Oscar Wilde hat mal gesagt:

“A dreamer is one who can only find his way by moonlight, and his punishment is that he sees the dawn before the rest of the world.”

Ich bin auch eine Träumerin.

In meinen Träumen sind Menschen in meinem Leben, die auch einmal das meinen, was sie mir sagen.

Das wäre schön.

Es ist schwierig wenn man nie wirklich irgendwo dazu passt.

Auf der Suche nach seiner Identität verläuft man sich auch manchmal. Oder man landet in Sackgassen.

“Maybe life isn’t for everyone.”

Ja, maybe.

Aber sterben ist der einfache Weg….

Ich möchte auch an viele Dinge nicht glauben.

Ich möchte nicht daran glauben, dass es auch schlechte Menschen gibt.

Ich möchte auch nicht daran glauben das Menschen die mich verletzten, dies immer böse meinen.

Jeder hat seine Gründe warum er oder sie so ist, wie er/sie halt eben ist.

Vielleicht bin ich ja auch der schlechte Mensch.

Vielleicht bin ich einfach die, die sich in dieser Welt niemals zurecht finden wird.

Aber es ist Ramadan. Ich sollte vielleicht ein bisschen mehr Koran lesen und weniger darüber nachdenken warum ich nicht geliebt werde.

Zumindest Gott liebt doch alle Menschen…

…oder vielleicht doch nicht?

Alte Menschen…

… sind ja oft eh ganz nett.

Aber gestern sind mir wieder mal welche über den Weg gelaufen die eher zur unerträglichen Sorte gehört.

Eine Gruppe alter Leute stehen/sitzen in der Ubahn und lästern über einen migrantisch aussehenden Jungen (der die Herrschaften garnicht bemerkt hat) weil er ihnen seinen Sitzplatz nicht anbietet. (Wie den auch? Er sieht sie ja garnicht!)

Die alte Dame sagt:

„Jo, des san immer die ausländischen Kinder die ned integriert san. Die lernen des nie wie ma sich zu benehmen hat in Österreich.“

Ich mische mich ein:

„Entschuldigen Sie, ich glaube der Junge hat Sie garnicht gemerkt. Aber wenn Sie nett gefragt hätten, dann wäre er sicher aufgestanden.“ (Was er auch gemacht hat nachdem ich dies gesagt habe.)

Die alten Leute hingegen gehen richtig in die Luft und regen sich darüber auf wie ich nur darauf komme das sie irgendjemanden um etwas Fragen müssen.

Die jüngeren müssen das automatisch machen und ich soll nicht so frech sein.

Das ging dann so weiter, bis sie ausgestiegen sind.

Ganz ehrlich? Respekt ist keine Einbahnstraße.

Und man wird auch nicht automatisch zu Gott, nur weil man alt wird.

Der erste Fastentag und schon sowas von gefailt.

Ich musste mich schon echt zusammenreißen. Zu ihrem Glück ist Ramdan…

Naja, genug aufgeregt.

Bis bald inshallah!

(Bald kommt wieder ein längerer Text. Versprochen!)

Lichtlein

„Wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Ein Lichtlein wie ein Stern so klar,
es wird Dir leuchten immer da.

Wird zeigen Dir den Weg zurück,
den Weg zu einem neuen Glück.
Drum glaub daran – verzage nie,
es geht schon weiter – irgendwie.

Und mit Willen, Kraft und Mut,
wird dann alles wieder gut.
Du mußt nur immer fest dran glauben
und laß Dir nur den Mut nie rauben.

Es gibt für alles einen Weg,
und sei’s auch nur ein kleiner Steg.
Es gibt nun mal nicht nur gute Zeiten,
das Leben hat auch schlechte Seiten.

Doch wie bist Du stolz, wenn Du’s geschafft,
aus Sorgen und Nöten – mit eigener Kraft,
herauszukommen, was Du nie geglaubt,
da man Dich sooft schon der Hoffnung beraubt.

Doch die Hoffnung auf ein besseres Leben,
die lasse Dir bitte, niemals nehmen.
Denn wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.“

– Rainer Maria Rilke

„Ich weiß, das ich nichts weiß.“

“Der Wissende ist jemand der erkannt hat das sein Wissen sehr gering ist, im vergleich zu dem was er nicht weiß.

Deswegen betrachtet er sich selbst als unwissend und steigert dementsprechend sein bemühen mehr Wissen zu erlangen indem er auszieht auf der Suche nach Wissen. “

– Ali

„Muss“ man der Sunnah folgen?

Vor kurzem gab es ja überall in den sozialen Medien wieder mal die ewige Kopftuch-Diskussion.

Wegen dem kommenden Kopftuchverbot für unter 14-jährige was bald hier in Österreich kommen wird.

In den Kommentaren dazu findet man immer wieder dasselbe Argument: “Aber im Koran steht doch gar nicht das Frauen Kopftuch tragen müssen.”

Ein Kommentar ist mir aber ganz besonders ins Auge gestochen. Eine Konvertitin hat einen ewig langen Roman darüber geschrieben und ich würde mir hier bei der Gelegenheit das ganze mal ein bisschen genauer anschauen und versuchen das mal irgendwie zu analysieren.

Natürlich bin ich in der Sache auch keine Expertin, aber mit ein paar Themen über die sie da schreibt wurde ich in meinem Theologiestudium auch schon konfrontiert.

Also warum nicht mein Wissen mit euch teilen? So merke ichs mir ja auch leichter.

Folgendes hat sie dazu geschrieben:

“Ich habe mich jahrelang mit den Islam beschäftigt und bin aus Überzeugung konvertiert. Tatsächlich ist es so, dass der Islam mindestens genau so verfälscht ist wie das Christentum!

Würde ich den Islam an den heutigen Moslems messen wäre ich Atheist.

Und wenn ich von verfälscht spreche, dann meine ich explizit den Islam, nicht den Quran. Der Quran ist die einzige unverfälschte Quelle von Gottes Worten.

Die restlichen Faktoren, welche den Islam als heutige Religion formen, sind nichts anderes als ein Mischmasch aus Kultur, Aberglaube und politischer Diktatur. Gerade in den arabischen Ländern welche den Islam maßgeblich beeinflussen und die Meinung der Religionsgemeinschaft vordiktieren, steht unter starken Einfluss von Politik und Machthabern.

Aber das können wir auch abkürzen: Wer von Euch Internet-Hodjas hat den Quran gelesen? Ich glaube die wenigsten. Aber Hadithe können alle vordiktieren – Du musst Bart tragen – Du musst Kopftuch tragen – Du musst mit dem Finger so machen, mit den Füßen so, dies sagen, das sagen – sind das Gottes Worte? NEIN!

Die Hadithe sind von Menschen gemacht, hunderte Jahre nach dem Ableben des Propheten. Hunderte! Und von den Hadithen gibt es Hunderttausende!!! Und von diesen Hundderttausenden ist ein 1-stelliger Prozentsatz als authentisch eingestuft. Der Rest ist unauthentisch oder sogar Lügen.

Es ist nicht das Wort Gottes sondern von Menschen gemacht. ABER: Es bestimmt heute maßgeblich die Religion, den Islam, alle Kriege, alles Unheil, Kopftücher, Burkas, alles was ich selbst an dieser Religion abstoßen finded, findet darin seinen Ursprung – nicht im Quran.

Und genau das ist das Problem – glaubt Ihr allen Ernstes Gott überlässt seine Religion den Menschen – überlässt es den Menschen zu bestimmen was wahr ist und was nicht, was pflicht ist oder nicht, was islam ist oder nicht – niemals.

Ich bin aus Logik zum Islam gekommen, und das ist alles andere als logisch. Es ist des Satans größte List. Er konnte den Quran vielleicht nicht ändern, aber er hat es geschafft den Islam zu manipulieren, mit Hadithen, mit externen Quellen. Und heute schlagen sich Christen, Juden, Moslems & Co. den Kopf gegenseitig ein. Perfekt.

Wir wurden alle verarscht. Wer glaubt der Islam wäre nicht infiltriert und manipuliert, der ist einfach nur dumm. Denkt mal drüber nach. Mir ist klar dass ich bei den meißten Moslems auf Kritik stoßen werde, es tut mir leid, aber ihr müsst selbst entscheiden ob ihr gegen eure eigene gehirnwäsche ankommt oder nicht.

In der Lüge lebt es sich bekanntlich bequemer. Und die Wahrheit kennt nur Gott, der alleinige, der einzige, der eine Herrscher über Himmel und Erde ohne Teilhaber.”

Nun kommen wir mal zu den Dingen die ich bisher in meinem Studium darüber gelernt habe:

Nicht alles was sie da schreibt ist falsch. Die Hadithe gelten wirklich nicht als 100% gesichert, aber die Zahlen die sie da angibt sind echt übertrieben.

Es ist nicht so das es hunderte von Jahren gedauert hat bis die Hadithe aufgeschrieben wurden. Es gab die ersten Jahrzehnte nach dem Tod des Propheten ein Aufzeichnungsverbot der Hadithe, damit die Gläubigen sich nicht zu sehr auf ihn fixieren.

ABER: Der Koran wurde auch erst Jahre nach seinem Tod aufgeschrieben und bis dahin mündlich überliefert. Also ist das eigentlich nicht wirklich ein Argument dafür das die Hadithe falsch sind.

Es ist auch übertrieben zu sagen das nur ein einstelliger Prozentsatz als authentisch gilt.

Wir haben über die Urteilsquellen folgendes gelernt:

Der Text des Korans ist zu 100% als Wahrhaftig eingestuft und gilt als direktes Wort Gottes.

Die Bedeutung des Korans kann man jedoch nicht mit 100% Sicherheit als immer korrekt bezeichnen, da bei sowas immer viele verschiedene Faktoren einen Einfluss haben. Es ist zu ungefähr 70% wahrscheinlich das die Bedeutung die wir (und vor allem die Mehrheit der Gelehrten) als richtig erachten auch richtig ist.

Die Hadithe sind da echt ein bisschen schwieriger. Ich habe Hadithwissenschaften als Fach momentan noch nicht, wir haben dieses Thema bisher so am Rande im Fach Koranwissenschaften angesprochen.

Wenn man genau und kritisch forscht kann man jedoch sagen das die Bedeutung der Hadithe zu 50% gesichert ist. (Wenn wir direkten Zugriff darauf hätten wären die Hadithe auch zu 100% wahrhaftig, aber dazu komm ich später noch.)

Schließlich wird auch die eigene Meinung als mögliche Rechtsquelle angegeben. Das wird aber eigentlich meistens mehr als Illusion eingestuft und jemand der nicht wirklich viel Hintergrundwissen besitzt wird durch seine eigenen “Forschungen” wahrscheinlich nur einen Wahrheitsgehalt von 20% in seiner Meinung haben.

Fakt ist jedoch das der Koran als einzige Rechtsquelle nicht ausreicht und im Koran die Gläubigen auch mehrmals dazu aufgefordert werden dem Propheten zu folgen.

Es gibt im Koran nur ungefähr 400-500 Verse die von der praktischen Anwendung des Glaubens handeln, den Rest wissen wir eigentlich nur durch die Sunnah.

Da kommen wir nun wieder zu dem Beispiel mit dem Kopftuch. Im Koran steht eigentlich “nur” eine sehr allgemeine Formulierung das Frauen sich gesittet kleiden sollen. Was genau damit gemeint ist, ehrfahren wir erst durch Hadithe.

Auch steht im Koran nicht drinnen wie man genau Betet, obwohl dies eine der 5 Säulen des Islams ist.

Ich werde jetzt hier ein paar Verse anführen die sich ein bisschen zu diesem Thema äußern:

Sura 3, Vers 32-32:

“Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist allvergebend und Barmherzig.

Sag: Gehorcht Allah und dem Gesandten. Doch wenn sie sich abkehren, so liebt Allah die Ungläubigen nicht.”

Sura 4, Vers 80:

“Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer sich abkehrt, – so haben Wir dich nicht als Hüter über sie entsandt.”

Sura 53, Vers 2-4:

“Nicht in die Irre geht euer Gefährte, und auch nicht einem Irrtum ist er erlegen,

und er redet nicht aus (eigener) Neigung.

Es ist eine Offenbarung die eingegeben wurde.”

Sura 33, Vers 21:

“Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.”

Wie man also sieht ist es falsch zu behaupten man müsste sich nicht an der Sunnah orientieren.
Aber sie spricht natürlich auch einen wichtigen Kritikpunkt an:

Es ist wirklich problematisch das es viele Muslime gibt die den Hadithen mehr Bedeutung zukommen lassen als dem Koran.

Meine Lehrerin sagt immer, wenn man einen Hadith findet der dem Koran widerspricht, dann sollte man ihn am besten an die Wand schmeissen.

Das logische Nachdenken über den Koran ist eine Bedinung um den Koran zu verstehen und wird auch im Koran in ca. 400 Versen gefordert. Ohne unseren Verstand wäre der Koran für uns unbrauchbar.

Und ich würde mal sagen das die Autorin des oben stehenden Kommentars ihre eigene Meinung ein bisschen zu sehr überschätzt.

Sowas nennt man dann wohl klassischen Dunning-Kruger-Effekt, nicht wahr?

Dazu hab ich vor kurzem auch ein sehr lehrreiches Video entdeckt.

Wissenschaft und Glaube

„..Im letzten Jahrhundert und teilweise auch schon im vorhergehenden war die Ansicht weit verbreitet, dass Wissen und Glaube in unversöhnlichem Gegensatz zueinander ständen.

Unter den fortschrittlichen Geistern herrschte die Überzeugung, es sei an der Zeit, den Glauben in steigendem Maße durch Wissen zu ersetzen: ein Glaube, der nicht selbst auf Wissen beruhte, galt als Aberglaube und war als solcher zu bekämpfen.

Doch die wissenschaftliche Methode kann uns nichts weiter lehren, als Tatsachen in ihrer gegenseitigen Bedingtheit begrifflich zu erfassen. Das Streben nach solch objektiver Erkenntnis gehört zu dem Höchsten, dessen der Mensch fähig ist, und ich werde bei Ihnen wohl kaum in den Verdacht geraten, die Errungenschaften und heroischen Bemühungen des Menschengeistes auf diesem Gebiet verkleinern zu wollen. Aber ebenso klar ist es, dass von dem, was ist, kein Weg führt zu dem, was sein soll. Aus der noch so klaren und vollkommenen Erkenntnis des Seienden kann kein Ziel unseres menschlichen Strebens abgeleitet werden.

Die objektive Erkenntnis liefert uns mächtige Werkzeuge zur Erreichung bestimmter Ziele. Aber das allerletzte Ziel und das Verlangen nach seiner Verwirklichung muss aus anderen Regionen stammen. Dass unser Dasein und unser Tun nur durch die Aufstellung eines solchen Ziels und entsprechender Werte einen Sinn erhält, braucht gewiss nicht weiter erörtert zu werden.

Uns diese fundamentalen Ziele und Werte aufzustellen und sie im täglichen Leben des Einzelnen zu befestigen, scheint mir nun die wichtigste Funktion der Religion im sozialen Leben der Menschen zu sein. Fragt man aber, woher die Autorität dieser fundamentalen Ziele stammt, wenn sie doch von der Vernunft nicht gesetzt und begründet werden können, so kann man nur antworten: sie sind in einer gesunden Gemeinschaft als Traditionen lebendig und bestimmen das Verhalten, das Streben und die Urteile des Einzelnen, das heißt also, sie sind als Kräfte wirksam, deren Dasein keiner Begründung bedarf…“

– Albert Einstein